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Technik2 Min. Lesezeit

Wärmepumpe oder Gas? Entscheidungshilfe für Hausverwaltungen 2024

Wann lohnt sich die Wärmepumpe, wann ist Gas noch sinnvoll? Eine sachliche Entscheidungshilfe für Hausverwaltungen mit mehreren Objekten.

Die Ausgangslage: §71 GEG verändert die Spielregeln

Seit dem 1. Januar 2024 müssen neue Heizungsanlagen in Großstädten zu mindestens 65 % aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Das macht die Frage „Wärmepumpe oder Gasheizung?" zu einer Compliance-Frage — nicht nur zu einer Wirtschaftlichkeitsfrage.

Dieser Artikel gibt eine sachliche Entscheidungshilfe für Hausverwaltungen.

Wann ist die Wärmepumpe die bessere Wahl?

Die Wärmepumpe ist in folgenden Konstellationen klar vorzuziehen:

Gut gedämmte Bestandsgebäude (EnEV 2009 oder besser): Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei niedrigen Vorlauftemperaturen. Gut gedämmte Gebäude mit Flächenheizung sind ideal.

Objekte in Kommunen mit Wärmeplan: Wenn die Gemeinde keine Fernwärme plant, ist die Wärmepumpe die zukunftssicherste Lösung.

Neubau oder Kernsanierung: Bei ohnehin notwendigen Umbaumaßnahmen lassen sich Wärmepumpen wirtschaftlich integrieren.

Wann kann Gas noch sinnvoll sein?

In bestimmten Situationen bleibt Gas die pragmatische Wahl — auch nach 2024:

Altbau mit hohem Vorlauftemperaturbedarf: Nicht sanierte Gebäude mit alten Heizkörpern brauchen hohe Vorlauftemperaturen. Wärmepumpen arbeiten hier ineffizient.

Übergangslösung bei Havarie: Bei einem Heizungsausfall gilt eine 3-Jahres-Übergangsfrist — hier kann ein Gasgerät als Brücke sinnvoll sein.

Objekte in geplanten Fernwärme-Ausbaugebieten: Wenn die Gemeinde Fernwärme für das Gebiet plant, ist eine teure Wärmepumpen-Installation möglicherweise eine Fehlinvestition.

Die entscheidenden Fragen vor jeder Investition

  1. In welchem Gebiet liegt das Objekt laut kommunalem Wärmeplan?
  2. Wie hoch ist der Wärmebedarf und welche Vorlauftemperatur ist nötig?
  3. Wie ist der energetische Zustand der Gebäudehülle?
  4. Wie lange soll die Anlage betrieben werden (Restnutzungsdauer)?
  5. Welche Fördermittel stehen zur Verfügung (BEG)?

Wirtschaftlichkeit: Was die Zahlen sagen

Die Betriebs­kosten einer Wärmepumpe hängen stark vom Strompreis und der JAZ (Jahresarbeitszahl) ab. Bei einer JAZ von 3,5 und einem Strompreis von 0,30 EUR/kWh entstehen Heizkosten von etwa 0,086 EUR/kWh Wärme — vergleichbar mit Gas bei 0,07–0,10 EUR/kWh.

Der Vorteil der Wärmepumpe liegt in der regulatorischen Sicherheit: Kein Risiko von CO₂-Aufschlägen auf fossile Brennstoffe, keine §71-Compliance-Probleme bei künftigen Investitionen.

Fazit für Hausverwaltungen

Es gibt keine universelle Antwort. Jedes Objekt braucht eine individuelle Prüfung. Die wichtigste Voraussetzung: ein vollständiger Überblick über das Portfolio mit Gebäudedaten, Anlagenalter und kommunalem Wärmeplan-Status.

GEGCheck hilft dabei, genau diesen Überblick herzustellen — systematisch und ohne Excel-Aufwand.

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